Wie eingangs erwähnt war es mal üblich auch Kindern Bier zu verabreichen um sie zu „nähren“. Heute ist so etwas undenkbar. Trotzdem stellt der Alkohol für Kinder und Jugendliche eine potentielle Gefahr dar. Denn Kinder reagieren sehr empfindlich auf Alkohol. Selbst geringe Mengen können schwerste Vergiftungen zur Folge haben.
Zwischen 12 und 15 Jahren kommen die meisten Kinder und Jugendlichen in Kontakt mit Alkohol, sehr oft im häuslichen Milieu auf Familienfeiern.
Jugendliche trinken Alkohol um ihr Beisammensein stimmungsvoller, lockerer und angenehmer zu machen – meist ist jedoch das Gegenteil der Fall.
Dabei sind Jugendliche durch Alkohol besonders gefährdet, denn die Reifung ihres Gehirns befindet sind in einem Stadium wo sich eine Anfälligkeit für Alkohol- und/oder Drogenabhängigkeit entwickeln kann.
Zudem ist die Pubertät für Jungen und Mädchen eine kritische Zeit, mit vielen großen und kleinen Schwierigkeiten. In dieser Zeit suchen bzw. finden sie ihre beruflichen Perspektiven, lösen sich langsam vom Elternhaus und festigen ihre eigene Person in der Gesellschaft bzw. im Freundeskreis.
Trinken die Jugendlichen in solchen schwierigen Situationen Alkohol, ist es zwar „leichter“ durch die dämpfende Wirkung des Alkohols, aber das eigentliche Problem wird nicht zur Lösung geführt. So häufen sich dann Problemberge an, die scheinbar nicht zu lösen sind. Den Jugendlichen wird durch den Alkoholkonsum die Möglichkeit genommen ihre Persönlichkeit im Prozess der Problembewältigung reifen zu lassen, ihre Erfahrungen zu machen und mit Kreativität Situationen zu meistern.
Je regelmäßiger die Jugendlichen Alkohol trinken um so mehr gewöhnt sich ihr junger Organismus an dieses Suchtmittel, deshalb sollten Jugendliche nach Möglichkeit keinen bzw. Alkohol in sehr geringen Mengen konsumieren.
Sehr Trendy sind die Biermixgetränke und so genannte Alkopops – fertig gemischte alkoholische Getränke, die ihren wahren Alkoholgehalt hinter viel Zucker verstecken. Seit 2004 wurde auf diese Alkopops eine Sondersteuer gelegt, was diese verteuerte und somit für Jugendliche uninteressant wurde. Heute sind diese Alkopops fast vom Markt. Leider stieg parallel dazu der Spirituosenkonsum bei Jugendlichen, die mutmaßlich diese Spirituosen zur Herstellung von Mixgetränken benutzt, sozusagen als Ersatz für die teuren Alkopops. Diese Mixgetränke sind die „süße Einstiegsdroge“ bei Jugendlichen weil eben der Zucker den Alkoholgeschmack überdeckt.
Mittlerweile ist unter den Jugendlichen ein so genanntes Rauschtrinken groß in Mode gekommen. Dabei trinken die Jugendlichen bei dieser Gelegenheit sehr viel Alkohol bis zum totalen Rausch und filmen sich dabei noch mit ihren Handys. Diverse Filmchen stellen sie dann als zweifelhafte Trophäe ins Internet.
Besonders tragisch wirkt sich der Alkoholkonsum auf das Unfallgeschehen aus. Viele Jugendliche fahren unter Alkohol Auto und verunfallen, werden verletzt oder werden getötet. Denn die meisten Unfälle bei denen mehrere Jugendliche gleichzeitig sterben sind meistens Alkoholunfälle.
Ein weiteres Problem ist der Alkohol in der Schwangerschaft. Trinkt eine Schwangere Alkohol gelangt dieser per Blutbahn über die Plazenta zum Embryo und greift die sich erst bildenden Organe und Nerven direkt an. Körperliche und geistige Behinderungen, geringe Körpergröße, Herzfehler und Entwicklungsstörungen sind nur einige der vielfältigen Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft. Diese Schäden können durch gezielte Therapie gemildert werden, aber nicht geheilt werden, die Kinder haben ein Leben lang unter dem Alkoholmissbrauch in der Schwangerschaft zu leiden.
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