So trinken Sie nie wieder: Übersicht
Startseite 1. Alkohol die Kulturdroge. 2. Fakten zum Alkoholkonsum 3. Welche Getränke haben den meisten Alkoholgehalt? Blutalkoholkonzentrationsberechnung? 4. Alkohol ein Genuss? Alkohol gesundheitsfördernd? 5. Wann Abhängig? Folgen. 6. Wer ist betroffen? Wo Hilfe? 7. Risiken für Jugendliche? 8. Wie aus dem Teufelskreis? 9. Meinungen von Jugendlichen? 10. Wie verdient der Staat mit? 11. Hilfreiche Links!

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6. Wer ist vom Alkoholmissbrauch indirekt betroffen? Wo bekommt man Hilfe?

Der Alkoholmissbrauch betrifft nicht nur den Abhängigen, sondern auch seine Familie, Freunde und Umgebung. Die Familie macht sich Sorgen um den Abhängigen, leidet unter dem permanenten Geldmangel, eventuell Arbeitslosigkeit wegen des ständigen Alkoholkonsums, Isolation – weil sich die Freunde zurückziehen, Unzuverlässigkeit, Aggressionen ohne Grund bis hin zur Gewalttätigkeit.

Im Berufsleben versuchen die Abhängigen ihren Zustand zumeist zu verbergen, bis die Kollegen genug von den Kapriolen haben und der Chef dem Abhängigen kündigt. Das ist eine schwere Konsequenz unter der in erster Linie die Familie des Alkoholabhängigen leidet.

Zudem ist es sehr schwer einem Betroffenen deutlich zu machen, dass er krank ist. Er verleugnet sein Alkoholproblem und spielt es herunter oder verharmlost es. Aber ohne eigene Einsicht in seine Krankheit ist eine Hilfe nicht möglich.

Angehörige und Freunde sollten nicht tatenlos zusehen, bis der Betroffene zur Einsicht kommt. 14 % derer die Rat suchen kommen auf Vermittlung von Familie und Freunden in die Suchtberatungsstellen.

Trotzdem sollten die Angehörigen nicht vergessen etwas für sich zu tun, um nicht ihre Lebensfreude durch die Abhängigkeitserkrankung des Familienmitgliedes zu verlieren. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen sind der richtige Ort sich Informationen zu holen oder Kontakte mit anderen Betroffenen aufzunehmen, die so etwas erlebt haben oder derzeit erleben. Das Sprechen über die Sorgen und Nöte hilft den Angehörigen, selbst wenn der Abhängige für Hilfe noch nicht bereit ist.

Wo bekommt man Hilfe und Unterstützung um die Abhängigkeit vom Alkohol zu überwinden?

Es ist für die Betroffenen sehr schwer sich und anderen ihre Abhängigkeit von Alkohol einzugestehen und die angebotene Hilfe anzunehmen. Bis dahin ist es ein sehr langer und schmerzvoller Weg. Aber je eher es gelingt Hilfe anzunehmen, umso besser sind die Chancen auf eine dauerhafte Überwindung der Abhängigkeit.

Rat und Hilfe annehmen:
Zahlreiche Psychosoziale Beratungsstellen und Suchberatungsstellen sind auf die Beratung und eventuelle ambulante Behandlung von Alkoholabhängigen spezialisiert. Diese Beratungen sind kostenlos und ein Beratungstermin kann unkompliziert telefonisch vereinbart werden. Oder man sucht sich Hilfe beim Hausarzt oder bei einer Selbsthilfegruppe die es in fast jeder Stadt gibt.

Zuerst gilt es herauszufinden, welche Hilfeangebote für den Alkoholabhängigen individuell in Frage kommen. Voraussetzung dafür ist die vollkommene Einsicht des Alkoholabhängigen und der Wille sich auf die Behandlung und die Hilfe einzulassen – er will alkoholfrei werden.

Alkoholabstinenz ist das Ziel. Versuche gelegentlich und wenig Alkohol zutrinken bei einer manifestierten Alkoholabhängigkeit sind zum scheitern verurteilt und haben schwere Rückfälle zur Folge.

Die größte Angst haben die Betroffenen davor ohne Alkohol auskommen zu müssen, das können sie sich in ihrer derzeitigen Lage schlecht vorstellen. Hier hilft die Selbsthilfegruppe. Dort findet der Betroffene Menschen die es geschafft haben – ohne Alkohol auszukommen und es geht ihnen dadurch besser.

Entwöhnung, Entzug, Nachsorge:
Der Entzug dient der körperlichen Entgiftung und dauert in der Regel acht bis vierzehn Tage. Je nachdem wie schwer die Alkoholabhängigkeit ist, so schwer werden die Entzugserscheinungen sein. Deshalb wird die Entgiftung je nach Fall entweder ambulant oder stationär durchgeführt. Medikamente helfen die Entzugserscheinungen zu mildern oder zu unterdrücken, so empfinden die Betroffenen weniger Angst. Der Körper lernt in dieser Phase wieder ohne Alkohol auszukommen.

Die Entwöhnung folgt idealer weise unmittelbar nach dem Entzug. Psycho- und Sozialtherapie kommen zum Einsatz, mit Verhaltens-, Körper-, Gestalt- und/oder Beschäftigungstherapie. Während der Entwöhnung gilt es auch die Ursachen für die Alkoholabhängigkeit aufzudecken und abzustellen. Die Betroffenen haben zu lernen ein zufriedenes Leben auch ohne Alkohol zu führen.

Früher hat man die Abhängigen in Fachkliniken behandelt, heutzutage geht man dazu über die Therapien mehr und mehr ambulant in speziellen Tageskliniken durchzuführen. Das hat den Vorteil, dass die sozialen Kontakte zur Familie und Freunden sowie der unmittelbaren Umgebung des Betroffenen aufrechterhalten werden. Möglicherweise können die Betroffenen auch wieder einer geregelten Arbeit nachgehen, was sich positiv auf den Erfolg der Therapie auswirkt. Das alles funktioniert aber nur, wenn das Umfeld des Betroffenen noch einigermaßen intakt ist um diesen Weg mitzugehen.

Ist der Betroffene aber allein, weil ihn die Alkoholabhängigkeit seine Familie und den Arbeitsplatz gekostet hat, dann kommt nur eine Klinik in Frage, wo er sich voll und ganz auf die Therapie konzentrieren kann. Ein großer Nachteil für ihn ist dann der Übergang von dem geregelten Klinikalltag in sein gewohntes Umfeld, dort ist dann niemand der ihn weiterhin begleitet. Dies birgt die Gefahr von Schwierigkeiten und Versuchungen.

Die stationäre Entwöhnung nimmt sechs bis zwölf Wochen in Anspruch, die ambulante Therapie kann bis zu einem halben Jahr und länger dauern.

Nachsorge:
Mit der Nachsorge geht die Hilfe und Unterstützung nach der Entwöhnung weiter. Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen bieten ihren ehemaligen Betroffenen an in Krisensituationen Kontakt aufzunehmen oder wenn sie unsicher sind weitere Gesprächstermine zu vereinbaren, die in immer größeren Abständen geführt werden. Die Selbsthilfegruppe ist in der Regel sehr wichtig und wird empfohlen. Neue Freundschaften und neue Aufgaben: anderen zu helfen ebenso wie sie vom Alkohol loszukommen.

Lesen Sie weiter: 7. Welche Risiken birgt Alkohol für Heranwachsende und Jugendliche?
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