So trinken Sie nie wieder: Übersicht
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1. Alkohol als Kulturdroge der Menschheit?

Jeder kennt das bestimmt, wenn Früchte überreif sind, dann schmecken sie gärig und enthalten somit natürlich entstandenen Alkohol.

Durch so einen Zufall kannten die damaligen Völker z.B. die Römer Getränke mit alkoholischem Gehalt. Die Römer, aber auch die Griechen und Ägypter genossen vorzugsweise Wein. Die Germanen dagegen kannten Met und Bier. Die alkoholischen Getränke wurden als Genussmittel und Opfergaben sehr geschätzt, aber auch die Möglichkeit des Missbrauchs war diesen Völkern wohlbekannt.

Somit ist die Gratwanderung – was tut dem Körper gut und was schädigt den Körper – so alt wie diese Völker die alkoholische Getränke herstellen konnten.

Es gab aber auch die Konstellation, dass das Bier in Nord- und Mitteleuropa bis hin zur Neuzeit als Grundnahrungsmittel behandelt wurde. Nicht nur die Erwachsenen bekamen schon zum Frühstück Biersuppe, auch die Kinder kamen in diesen zweifelhaften „Genuss“. Zu dieser Zeit fehlte es den Menschen an der nötigen Einsicht, wie gefährlich diese „Nahrung“ für die heranwachsenden Kinder war, aber andererseits war diese Biersuppe die einzige Alternative, die Kinder mit Nährstoffen zu versorgen. Unsere Kartoffel wurde erst im 17. Jahrhundert zum Grundnahrungsmittel, Limonade, Säfte, Tee, Kaffee und Schokolade waren völlig unbekannt. Somit gehörte häufig verunreinigtes Wasser als Getränk für die arme Bevölkerung zum Alltag, während die Reichen Met und Bier bzw. Wein tranken. Fromme taten Buße für ihre begangenen Sünden, indem sie verunreinigtes Wasser tranken.

Kaffee und Tee ersetzten im 18. Jahrhundert das Bier als alleiniges Getränk und die Kartoffel trat ihren Siegeszug durch Europa als Grundnahrungsmittel an.

Die industrielle Produktion von stärkerem Alkohol, dem Branntwein fand im 19. Jahrhundert seinen Anfang. Damit kamen große Mengen hochprozentigem Alkohol auf den Markt, womit ein starker Anstieg des Alkoholkonsums – vor allem bei den einfachen Arbeitern und dem ärmeren Teil der Bevölkerung – gegeben war. Dies führte zur Verelendung der unteren sozialen Bevölkerungsschichten. Die Arbeitskraft ließ durch den ungehemmten Branntweinkonsum immens nach. Politik und Wirtschaft fürchteten um die Sicherheit und Qualität der deutschen Wirtschaft, die Konkurrenzfähigkeit wurde erheblich gefährdet. Zum ersten Mal beschäftigte sich die Politik mit dem Thema Alkoholmissbrauch und forderte Aufklärung der Bevölkerung, Einschränkung der Verkaufsstellen für Alkohol und Ausschankzeiten, letztendlich wurde eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der sozialen Schicht der Arbeiter beschlossen.

In den Industriebetrieben wurde der Genuss von Branntwein generell verboten, Bier dagegen wurde geduldet. Es wurde immer wichtiger Maß zu halten um nicht als haltlos und willenlos zu gelten.

Der erste Weltkrieg und die Wirtschaftskrise brachten einen Rückgang des Alkoholkonsums, leider nicht aus Vernunftgründen, sondern es fehlten schlichtweg die Geldmittel dafür.

1950 stand die Bundesrepublik bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 3,2 Liter, das war im Gegensatz zur heutigen Zeit gering. Das Jahr 1950 war aber auch der Beginn des Wirtschaftsaufschwunges, was es ermöglichte den Menschen nun Essen und Trinken nach Herzenslust, was diese nach langer entbehrungsreicher Zeit auch taten. Bis Anfang der 1980er Jahre vervierfachte sich der Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol. Daraus entwickelte sich ein Wohlstandsalkoholismus, vor 100 Jahren war es noch der Verelendungsalkoholismus.

Lesen Sie weiter: 2. Fakten zum Alkoholkonsum der Deutschen
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